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Stadtbahn Hannover

Begriff "Stadtbahn"

Was ist eigentlich eine Stadtbahn ? Und wie unterscheidet sie sich von einer Straßenbahn oder U-Bahn ? Oder ist das eine allgemeine Bezeichnung für den Schienenverkehr in einer Stadt ?

In der Fachliteratur findet man verschiedene Definitionen. Die historische Entwicklung und die aktuellen Begriffe möchte ich gerne hier darstellen.

Erstmalig taucht der Begriff Stadtbahn im Zusammenhang mit den Berliner Vorortzügen auf. Hieraus entwickelt sich im Laufe der Zwanziger Jahre des heutigen Jahrhunderts der Begriff S-Bahn, welcher auch heute noch für die Schienen-Nahverkehrsnetze der Bahn verwendet wird - so auch in Hannover. Das führt häufig zu Verwechlungen zwischen der "S-Bahn" der Deutschen Bahn und der Stadtbahn der Üstra.

In den 60er Jahren wird folgende Definition zur Unterscheidung der verschiedenen Systeme in einem Gutachten der Sachverständigenkommission für den kommunalen Schienenverkehr festgelegt:

U-Bahn: Völlig kreuzungsfreier Fahrweg in verschiedenen Höhenlagen (vorzugsweise Tunnel, aber auch Hochlage oder ebenerdige Führung möglich). Die U-Bahn ist daher keinerlei Störungen durch den übrigen Verkehr ausgesetzt und kann voll automatisiert werden.

Stadtbahn: Kreuzungsfreie Fahrwegführung vorzugsweise nur in Innenstadtbereichen (hier meist im Tunnel); längere Streckenabschnitte werden ebenerdig auf besonderem Bahnkörper - allerdings nicht immer kreuzungsfrei - geführt. Die Stadtbahn unterliegt somit auf den ebenerdigen Abschnitten Störungen durch den übrigen Verkehr und ist daher nicht voll automatisierbar.

Straßenbahn: Streckenführung vorwiegend im Geländeniveau, zum Teil auf besonderem Gleiskörper, ausnahmsweise mit kurzen Abschnitten in Tunnel- oder Hochlage zur Überwindung verkehrlicher Engpässe. Es handelt sich um das bekannte, im allgemeinen Straßenraum verkehrende Schienenverkehrsmittel.

Diese klaren fahrwegsspezifischen Unterschiede setzen sich bis in die Fahrzeuggestaltung fort. Während die U-Bahnfahrzeuge dem Gesichtspunkt des Tunnelverkehrs besondere Rechnung tragen, handelt es sich bei der Straßenbahn um ein reines Straßenverkehrsmittel. Stadtbahnfahrzeuge müssen hingegen beide Funktionen erfüllen. Als Beispiel sei nur die Gestaltung der Türen genannt (ebenerdiger Ausstieg im Tunnel bzw. Klapptrittstufen im Straßenniveau). Allerdings kann es auch Übergänge zwischen den Systemen geben, etwa bei der frühzeitigen Inbetriebnahme eines Streckenabschittes. So kann z.B. eine Stadtbahnstrecke vorübergehend mit Straßenbahnfahrzeugen betrieben werden oder eine Stadtbahnstrecke lässt sich später bei Bedarf in eine reine U-Bahnstrecke ausbauen.

In Hannover haben sich die Stadtväter in den 60er Jahren für eine reine U-Bahn entschieden, die im Vorlaufbetrieb durch die vorhandene Straßenbahn genutzt werden sollte. Die Tunnelplanungen sind auch darauf abgestellt worden. Hier können nach Münchener Vorbild bis zu 2,90 m breite Wagen fahren. Da die Tunnelanlage bis auf wenige Ausnahmen aber bereits an den Innenstadtgrenzen aufhören und eine Fortsetzung der Tunnelausbauten bis in die Vororte viel zu teuer kommt, hat man sich in Hannover am Anfang der 70er Jahre wie auch in vielen anderen Städten in Deutschlands für eine Stadtbahn entschieden. Die Streckenabschnitte sind in der Innenstadt komplett kreuzungsfrei gebaut und werden seit einigen Jahren auch streckenrein betrieben. Die Anschlussstrecken sind nach Möglichkeit auf besonderem Bahnkörper angelegt und wo möglich und finanziell vertretbar kreuzungsfrei gebaut worden. Um nicht an jeder Ampel auf den Individualverkehr warten zu müssen, sind intelligente Verkehrsleitsysteme installiert worden, die den Stadtbahnen "grüne Welle" verschaffen.

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Quellen u.a.:
Norbert Klein/Stadtbahnsysteme und ihre Einsatzgrenzen
Deutscher Städtetag und VÖV/Öffentlicher Personennahverkehr
Friedrich Busmann/Zur Problematik der Entlastung von Ballungsräumen durch Schnellbahnen





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